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Die beiden beliebtesten Kaffeesorten Coffea Arabica & Canephora (Robusta)

Robusta (Coffea Canephora) und Arabica (Coffea Arabica)

Die Bezeichnungen Arabica und Robusta sind uns die geläufigsten für die bekanntesten Kaffeesorten, die wir den zahlreichen Kaffee-Verpackungen entnehmen können. Innerhalb der Kaffee-Industrie werden zwar auch noch andere Sorten wie Coffea liberica oder Coffea excelsa angebaut, sie finden aber nur im geringen Maße Verwendung. Die wohl wichtigsten Sorten für die Wirtschaft sind eindeutig Arabica und Robusta. Dabei wird Arabica weltweit etwa in drei Mal größeren Mengen als Robusta angebaut.

Coffea Canephora (Robusta)

Coffea Canephora (Robusta)

Coffea Arabica

Coffea Arabica

Inwiefern unterscheiden sich Robusta und Arabica voneinander?

Vom rein geschmacklichen Aspekt betrachtet werden Arabica-Bohnen den Robusta-Bohnen eindeutig vorgezogen. Die Arabica-Bohnen haben einen weicheren und aromatischeren Geschmack als die relativ bitteren Robusta-Bohnen. Rein äußerlich gesehen sind die Robustas sowohl kräftiger als auch schöner als die Arabicas. Weltweit sind sich die Experten auf dem Gebiet einig darüber, dass für den idealen Espresso eine gelungene Mischung aus beiden Bohnensorten wichtig ist. Dafür fällt die Wahl auf die besten Bohnensorten der Welt, die in der idealen Kombination ein besonderes und einzigartiges Aroma bieten.

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Werden beide Sorten mit dem laienhaften Blick betrachtet, so sind zunächst kaum Unterschiede erkennbar. Dabei ist diese äußere Ähnlichkeit beider Sorten doch sehr täuschend. Wie die genetische Zusammensetzung der beiden Sorten im Vergleich zeigt, gibt es hier sehr große Differenzen. Die Robusta-Bohne ist mit 22 Chromosomen ausgestattet, während es bei der Arabica mit 44 Chromosomen doppelt so viele sind. Neben des großen genetischen Unterschieds unterscheiden sich die beiden Kaffeepflanzen auch sehr stark in ihrer wilden Wuchsform voneinander. Während Robusta bis zu 10 Meter hoch werden kann, bleibt Arabica bei einer Höhe von etwa 6 bis 8 Metern im Wachstum stehen. Zudem weisen beide Sorten Unterschiede hinsichtlich Form und Farbe ihrer Blätter auf.

Betrachtet man die Bohnen beider Sorten genauer, so lassen sich hier doch recht deutliche Unterschiede erkennen. Im Vergleich zur Robusta-Bohne ist die Arabica-Bohne flacher, größer und ovaler. Die Robusta-Bohnen sind kleiner und insgesamt runder. Des Weiteren gibt es Unterschiede hinsichtlich der Einkerbungen bei beiden Sorten. Die Einkerbung der Arabica-Bohne ist leicht s-förmig, was je nach Herkunft der Kaffeebohne mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann. Die Einkerbung bei Robusta ist relativ gerade.

Was bedeuten Chlorogensäuren und Koffein?

Nicht nur vom Aussehen unterscheiden sich Arabica und Robusta eindeutig, sondern auch wenn es um den Koffeingehalt geht. So hat die Robusta-Bohne einen viel höheren Koffein-Anteil als die Arabica-Bohne. Der Koffein-Anteil von Robusta liegt dabei bei 2 bis 4,5%, während es bei Arabica lediglich 1,1 bis 1,7% Koffein sind.

Die Höhe des Koffein-Anteils kann nicht beeinflusst bzw. verändert werden – weder durch das Rösten noch durch einen anderen Vorgang. Anders hingegen sieht es bei einem anderen Bestandteil der Kaffeebohne aus. Die Chlorogensäuren können durch ein langsames und schonendes Röst-Verfahren bedeutend reduziert werden. Diese Säuren sind nicht nur harntreibend, sondern werden von Menschen mit einem empfindlichen Magen nicht sehr gut vertragen und können zu Unwohlsein oder Verdauungsproblemen führen.

Strukturformel Koffein

Strukturformel Koffein

Strukturformel: Chlorogensäure.

Strukturformel: Chlorogensäure.

Unter welchen Bedingungen gedeihen die beiden Kaffee-Pflanzen am besten?

Die eine dieser beiden beliebten Kaffeesorten ist relativ widerstandsfähig und robust, wie es ihr Name schon erahnen lässt. Dabei ist die Rede von der Sorte Robusta, die keine besonders hohen Ansprüche an ihren Standort stellt. Sie ist zudem sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Parasiten.

Ganz anders hingegen sieht es bei der beliebtesten Sorte Arabica aus. Nicht umsonst gilt diese Sorte als Diva unter den Nutzpflanzen. Mehrere Tage tropische Temperaturen können der Arabica-Pflanze sehr stark zusetzen, sodass sie großen Schaden davonträgt.

Zudem ist Arabica sehr anfällig für Krankheiten und Parasitenbefall. Der Parasit Hemileia vastarix befällt Arabica besonders gerne. Dieser Parasit kann nur in höheren Lagen ab 900 Metern erfolgreich bekämpft werden, sodass die meisten Arabica-Plantagen nur noch in Höhenlagen bei etwa 900 bis 2000 Metern angesiedelt sind. Aber auch dieser Standort kann es der Arabica nicht Recht machen, da hier schon der nächste Feind lauert: Der zerstörerische Frost.

 

Frost – Große Gefahr für die Arabica-Pflanze

Ein sehr gefährlicher Feind der Arabica-Pflanze ist der Frost. Schon ein ganz kurzer und leichter Frost kann sehr großen Schaden an der Pflanze anrichten, sodass ganze Ernten zerstört werden können.

Es ist also wirklich nicht leicht, es der Arabica-Pflanze Recht zu machen, da sie äußerst empfindlich und anspruchsvoll ist.

Im Gegenteil zur Arabica kommt Robusta im feuchtwarmen Klima bestens zurecht, sodass ein problemloser Anbau in den tieferen Lagen bei 200 bis 300 Metern möglich ist.

Der Frost, Feind, der Arabica Kaffeepflanze.

Der Frost, Feind, der Kaffeepflanze.

 

Was bedeuten die hohen Ansprüche der Arabica Pflanze für die Bewirtschaftung und den Kaffee-Konsumenten?

Aufgrund ihrer äußerst hohen Ansprüche bewirkt die Arabica-Pflanze im Vergleich zur Robusta äußerst hohe Anforderungen an den Anbau. Die hohen Anbau-Lagen erfordern beschwerlichere und längere Wege. Wegen der großen Empfindlichkeit hinsichtlich eines Parasitenbefalls, muss Arabica häufig einer Pestizidbekämpfung unterzogen werden. Doch damit nicht genug: Sogar die Verarbeitung der Arabica-Bohnen ist relativ aufwendig.

Aus diesen Gründen ist die Arabica Bohne mit ihrer hohen Qualität häufig teurer als die Robusta Sorte.

Es heißt aber nicht, dass Arabica-Bohnen immer ein besseres Aroma vorweisen als die Sorte Robusta. Es gibt durchaus auch grandiose Robusta-Mischungen, die sehr nahe an Arabica herankommen.

Bildnachweise:

  • Bild 1: „Kaffeepflanze: Arabica“ von Gaurav Pant (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
  • Bild 2: „Kaffeepflanze: Robusta“  This photo was taken in May-2003 by Marcelo Corrêa, Coffee (COFFEA ARABICA) branch with immature fruit – Brazil  FCRebelo [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
  • Bild 3:“Strukturformel Chlorogensäure“  von Mojo Dodo (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons
  • Bild 4:“Strukturformel Koffeein“  von derivative work: C-M (talk)Koffein_-_Caffeine.svg: NEUROtikerDIN_4844-2_Warnung_vor_gef_el_Spannung_D-W008.svg: Torsten Henning [Public domain], via Wikimedia Commons
  • Bild 5: „Gefrorener Ast“  By Randi Hausken from Bærum, Norway (FocusUploaded by russavia) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons



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